Das Impala ist eine der bekanntesten und elegantesten Antilopenarten Afrikas und prägt auch in Namibia das Bild der Savannenlandschaften. Mit seinen beeindruckenden Sprüngen und der charakteristischen Färbung fasziniert es Beobachter immer wieder. Für Namibia ist besonders die endemische Unterart, das Schwarznasenimpala, von großer Bedeutung für den Naturschutz.
Steckbrief
- Deutscher Name: Impala (Schwarzfersenantilope)
- Wissenschaftlicher Name: Aepyceros melampus
- Weitere deutsche Namen: Schwarzfersenantilope
- Englischer Name: Impala
- Tiergruppe: Säugetiere (Hornträger)
- Größe: Schulterhöhe 70 bis 92 cm
- Gewicht: 40 bis 80 kg
- Lebenserwartung: 12 bis 15 Jahre in freier Wildbahn
- Lebensraum: Savannen, lichte Wälder, Buschland in Wassernähe
- Nahrung: Gräser, Blätter, Kräuter, Triebe
- Aktivitätszeit: Tagaktiv, oft in den kühleren Morgen- und Abendstunden
- Sozialverhalten: Gesellig, lebt in Herden (Weibchen mit Jungtieren, Junggesellengruppen, territoriale Männchen)
- Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten: Saisonal, territoriale Männchen verteidigen Harems
- Tragzeit: Etwa 6 bis 7 Monate
- Anzahl Jungtiere: 1
- Vorkommen in Namibia: Vor allem im Norden und Nordosten (Etosha, Sambesi-Region), sowie auf vielen Wildfarmen
- Vorkommen in Afrika: Östliches und südliches Afrika
- Population in Namibia: Keine belastbaren Zahlen für die Gesamtpopulation (Schwarznasenimpala: ca. 3.000 bis 4.000, Quelle: IUCN/diverse Berichte, ca. 2004-2010)
- Population in Afrika: Ca. 2 Millionen (Quelle: IUCN, 2015)
- Globaler Bestand: Nur in Afrika heimisch
- Bestandstrend: Stabil (Gesamtart), Schwarznasenimpala gefährdet/zunehmend
- Schutzstatus (IUCN): Least Concern (Nicht gefährdet) für die Art, Schwarznasenimpala (A. m. petersi) als Vulnerable (Gefährdet) eingestuft
- Quelle der Populationsangabe: IUCN Red List
- Besonderheit: Kann bis zu 3 Meter hoch und 10 Meter weit springen.
Artporträt: Impala / Schwarzfersenantilope
Namen und Einordnung
Das Impala (Aepyceros melampus), im Deutschen auch als Schwarzfersenantilope bekannt, ist die einzige Art der Gattung Aepyceros. Der englische Name lautet ebenfalls Impala. Biologisch gehört es zur Familie der Hornträger (Bovidae). In Namibia ist besonders die Unterscheidung zwischen dem Gewöhnlichen Impala (Aepyceros melampus melampus) und dem endemischen Schwarznasenimpala (Aepyceros melampus petersi) wichtig.
Aussehen und Erkennungsmerkmale
Das Impala ist eine mittelgroße, sehr elegant gebaute Antilope. Das Fell ist zweifarbig: Der Rücken ist rotbraun, die Flanken sind etwas heller, und die Bauchseite ist weiß. Charakteristisch sind die schwarzen Haarbüschel an den Fersen der Hinterbeine (daher der Name Schwarzfersenantilope) sowie schwarze Streifen am Gesäß. Nur die Männchen tragen leierförmige, stark geriffelte Hörner, die bis zu 90 cm lang werden können. Das Schwarznasenimpala unterscheidet sich durch einen deutlichen schwarzen Streifen auf der Schnauze und eine etwas dunklere Gesamtfärbung.
Lebensraum
Impalas bevorzugen Übergangszonen zwischen offenen Graslandschaften und lichten Wäldern oder Buschland. Sie sind auf die Nähe von Wasser angewiesen und meiden extrem trockene Wüstengebiete sowie dichte Wälder. Diese Habitate bieten ihnen sowohl ausreichend Nahrung in Form von Gräsern und Laub als auch Deckung vor Raubtieren.
Verbreitung in Namibia
In Namibia kommt das Impala natürlich vor allem in den nördlichen und nordöstlichen Regionen vor, insbesondere in der Sambesi-Region und im Etosha-Nationalpark. Das Schwarznasenimpala ist im Nordwesten (Kaokoveld) und im Etosha-Nationalpark heimisch. Darüber hinaus wurden Gewöhnliche Impalas auf vielen privaten Wildfarmen im ganzen Land angesiedelt, wo sie heute weit verbreitet sind.
Verbreitung in Afrika
Das Verbreitungsgebiet des Impalas erstreckt sich über weite Teile des östlichen und südlichen Afrikas. Es reicht von Kenia und Uganda im Norden bis nach Südafrika im Süden und von Angola und Namibia im Westen bis nach Mosambik im Osten.
Population und Bestandstrend
Die Gesamtpopulation des Impalas in Afrika wird von der IUCN auf etwa 2 Millionen Tiere geschätzt (Stand 2015) und gilt als stabil. Für Namibia liegen keine belastbaren Zahlen für die Gesamtpopulation vor, da viele Tiere auf privaten Farmen leben. Das endemische Schwarznasenimpala ist jedoch seltener; sein Bestand wird auf wenige Tausend Tiere geschätzt, wobei erfolgreiche Umsiedlungsprogramme in den Etosha-Nationalpark und auf private Reservate zu einer Erholung beigetragen haben.
Ernährung und Fressverhalten
Impalas sind sehr anpassungsfähige Fresser (Mixed Feeder). In der Regenzeit ernähren sie sich hauptsächlich von frischen Gräsern, während sie in der Trockenzeit auf Blätter, Triebe, Kräuter und Früchte von Büschen und Bäumen umsteigen. Sie müssen regelmäßig trinken und halten sich daher meist in der Nähe von Wasserstellen auf.
Verhalten und Spzialstruktur
Die Sozialstruktur der Impalas ist komplex. Weibchen und Jungtiere bilden Herden von 10 bis über 100 Tieren. Junge und schwächere Männchen schließen sich zu Junggesellengruppen zusammen. Dominante Männchen etablieren während der Fortpflanzungszeit Reviere, die sie gegen Rivalen verteidigen, und versuchen, Weibchenherden in ihrem Territorium zu halten. Bei Gefahr fliehen Impalas mit spektakulären, weiten und hohen Sprüngen, die Raubtiere verwirren sollen.
Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten
Die Paarungszeit (Brunft) fällt meist in den Beginn der Trockenzeit. Nach einer Tragzeit von etwa sechs bis sieben Monaten bringen die Weibchen zu Beginn der Regenzeit meist ein einzelnes Jungtier zur Welt. Das Kitz wird in den ersten Tagen im hohen Gras oder Gebüsch versteckt, bevor es sich der Herde anschließt. Die Jungtiere bilden innerhalb der Herde oft eigene “Kindergärten”.
Besondere Anpassung
Eine bemerkenswerte Anpassung ist ihre Flexibilität bei der Nahrungsaufnahme, die es ihnen ermöglicht, in Gebieten mit wechselnden Jahreszeiten zu überleben. Ihre enorme Sprungkraft ist eine effektive Strategie zur Feindvermeidung in halboffenen Landschaften. Zudem besitzen sie spezielle Drüsen an den Hinterbeinen, deren Duftstoffe vermutlich der Kommunikation innerhalb der Herde dienen.
Besonderheiten in Namibia
Die größte Besonderheit in Namibia ist das Schwarznasenimpala (Aepyceros melampus petersi). Diese Unterart hat sich an die etwas trockeneren Bedingungen im Nordwesten des Landes angepasst. Durch gezielte Schutzmaßnahmen und Umsiedlungen, unter anderem in den Etosha-Nationalpark, konnte diese seltene Unterart vor dem Aussterben bewahrt werden.
Ökologische Rolle
Als häufige Pflanzenfresser spielen Impalas eine zentrale Rolle im Ökosystem. Sie beeinflussen die Vegetation durch Beweidung und Verbiss und sind gleichzeitig eine der wichtigsten Beutearten für große Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden und Wildhunde.
Gefährdung und Schutz
Die Art als Ganzes wird von der IUCN als “Least Concern” (nicht gefährdet) eingestuft. Das Schwarznasenimpala gilt jedoch als “Vulnerable” (gefährdet). Bedrohungen bestehen vor allem in der Lebensraumzerstörung, Wilderei und der Konkurrenz durch Nutztiere. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf den Erhalt der Lebensräume und die Bekämpfung der Wilderei.
Bedeutung für die Namibian Wildlife Foundation
Für die Namibian Wildlife Foundation ist das Impala, insbesondere das Schwarznasenimpala, ein wichtiges Symbol für erfolgreichen Artenschutz in Namibia. Die Foundation setzt sich für den Erhalt der natürlichen Lebensräume ein, unterstützt Anti-Wilderei-Initiativen und fördert die Aufklärung über die Bedeutung dieser Arten für die Biodiversität. Der Schutz des Impalas trägt auch zur Lösung von Mensch-Tier-Konflikten bei, indem nachhaltige Landnutzungskonzepte gefördert werden.
Beobachtung und Verhalten in der Natur
Impalas sind in vielen Nationalparks und auf Wildfarmen in Namibia leicht zu beobachten, besonders in den Morgen- und späten Nachmittagsstunden an Wasserlöchern. Bei der Beobachtung sollte man sich ruhig verhalten und im Fahrzeug bleiben. Füttern ist strengstens untersagt, um die natürliche Scheu der Tiere nicht zu stören.
Kurzfazit
Das Impala ist eine faszinierende und ökologisch wichtige Antilopenart in Namibia. Während das Gewöhnliche Impala weit verbreitet ist, bedarf das endemische Schwarznasenimpala besonderer Schutzbemühungen. Ihr Erhalt ist ein zentrales Anliegen für den Naturschutz im südlichen Afrika.
Quellenhinweise
- IUCN Red List of Threatened Species
- Ministry of Environment, Forestry and Tourism (MEFT) Namibia
- Namibia Biodiversity Database
- Atlas of Namibia
- African Wildlife Foundation (AWF)

