Gelbfußhörnchen sitzt auf einem Baumstamm in Magaliesberg, Südafrika
Gelbfußhörnchen beziehungsweise Smiths Buschhörnchen (Paraxerus cepapi) auf einem Baum in Magaliesberg, Südafrika. Bildquelle: Androstachys, Wikimedia Commons, Public Domain.

Das Baumhörnchen, auch als Buschhörnchen bekannt, ist ein flinkes und faszinierendes Nagetier, das in den bewaldeten Regionen und Savannen des südlichen Afrikas beheimatet ist. In Namibia ist es besonders in den nördlichen und nordöstlichen Gebieten anzutreffen, wo es eine wichtige ökologische Rolle bei der Samenverbreitung spielt. Für Naturbeobachter und Besucher Namibias bietet das tagaktive Tier mit seinem buschigen Schwanz und seinem lebhaften Verhalten ein reizvolles Schauspiel.

Steckbrief

  • Deutscher Name: Baumhörnchen
  • Wissenschaftlicher Name: Paraxerus cepapi
  • Weitere deutsche Namen: Buschhörnchen, Smiths Buschhörnchen, Gelbfußhörnchen
  • Englischer Name: Smith’s bush squirrel, Tree squirrel, Yellow-footed squirrel
  • Tiergruppe: Säugetiere (Mammalia), Nagetiere (Rodentia), Hörnchen (Sciuridae)
  • Größe: ca. 35 cm (inklusive Schwanz, der etwa die Hälfte der Länge ausmacht)
  • Gewicht: bis zu 250 g (durchschnittlich ca. 200-220 g)
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn wenig bekannt, in Gefangenschaft bis zu 9,6 Jahre
  • Lebensraum: Savannen, Mopane- und Akazienwälder, oft in der Nähe von Flüssen
  • Nahrung: Überwiegend pflanzlich (Samen, Früchte, Blätter, Blüten), gelegentlich Insekten
  • Aktivitätszeit: Tagaktiv
  • Sozialverhalten: Leben in kleinen Familienverbänden (2 bis 12 Tiere), territorial
  • Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten: Polygyn, Weibchen initiieren die Paarung, Männchen und Weibchen kümmern sich um den Nachwuchs
  • Tragzeit: ca. 56 Tage
  • Anzahl Jungtiere: Durchschnittlich 2 Jungtiere pro Wurf
  • Vorkommen in Namibia: Nord- und Nordostnamibia (z.B. Sambesi-Region, Kavango)
  • Vorkommen in Afrika: Südliches, zentrales und östliches Afrika (u.a. Angola, Botswana, Südafrika, Simbabwe, Sambia, Tansania)
  • Population in Namibia: Keine belastbaren Zahlen
  • Population in Afrika: Keine belastbaren Zahlen
  • Globaler Bestand: Keine belastbaren Zahlen
  • Bestandstrend: Stabil
  • Schutzstatus (IUCN): Least Concern (Nicht gefährdet)
  • Quelle der Populationsangabe: IUCN Red List (2016)
  • Besonderheit: Bei Gefahr warnen sie sich gegenseitig mit lauten Klick- und Schnattergeräuschen und flüchten blitzschnell auf Bäume.

Artporträt: Baumhörnchen / Buschhörnchen

Namen und Einordnung

Das Baumhörnchen (Paraxerus cepapi) wird im Deutschen oft auch als Buschhörnchen oder Smiths Buschhörnchen bezeichnet. Im Englischen ist es als Smith’s bush squirrel, Tree squirrel oder Yellow-footed squirrel bekannt. Es gehört zur Klasse der Säugetiere (Mammalia), zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia) und zur Familie der Hörnchen (Sciuridae). Innerhalb der Gattung der Afrikanischen Buschhörnchen (Paraxerus) gibt es mehrere Unterarten, die sich je nach geografischer Region leicht in ihrer Färbung unterscheiden.

Aussehen und Erkennungsmerkmale

Das Baumhörnchen ist ein mittelgroßes Hörnchen mit einer Gesamtlänge von etwa 35 Zentimetern, wovon der buschige Schwanz etwa die Hälfte ausmacht. Das Gewicht liegt meist zwischen 200 und 250 Gramm. Die Fellfarbe variiert je nach Region: Im westlichen, trockeneren Teil des Verbreitungsgebiets ist das Fell eher blassgrau, während es in den östlichen Regionen bräunlicher ist. Der Rücken ist meist graubraun bis gelblich-braun, der Bauch ist weiß oder hellgrau. Charakteristisch sind die weißen Streifen über und unter den Augen. Der lange, buschige Schwanz ist oft schwarz und gelbbraun meliert. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum. Für Besucher sind sie leicht an ihrem flinken Verhalten und dem oft nach hinten gestreckten Schwanz zu erkennen.

Lebensraum

Baumhörnchen bevorzugen Lebensräume, die ausreichend Versteck- und Nistmöglichkeiten bieten. Sie sind typische Bewohner von Savannen sowie Mopane- und Akazienwäldern. Besonders häufig sind sie in bewaldeten Gebieten entlang von Flüssen anzutreffen. Obwohl sie sich viel in Bäumen aufhalten, suchen sie auch am Boden nach Nahrung. Als Nistplätze nutzen sie Baumhöhlen, Felsspalten oder auch Hohlräume in Gebäuden. Große, alte Bäume wie Mopane oder Akazien sind für sie als Nist- und Zufluchtsorte von entscheidender Bedeutung.

Verbreitung in Namibia

In Namibia ist das Baumhörnchen vor allem in den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen verbreitet. Dazu gehören insbesondere die feuchteren und waldreicheren Regionen wie die Sambesi-Region (ehemals Caprivi-Zipfel) und die Kavango-Regionen. Sie kommen sowohl in freier Wildbahn, beispielsweise in Nationalparks, als auch auf Farmen vor, sofern dort geeigneter Baumbestand vorhanden ist. Es handelt sich um natürliche, heimische Bestände.

Verbreitung in Afrika

Das Verbreitungsgebiet des Baumhörnchens erstreckt sich über weite Teile des südlichen, zentralen und östlichen Afrikas. Neben Namibia kommt die Art in Angola, Botswana, der Demokratischen Republik Kongo, Malawi, Mosambik, Südafrika, Tansania, Sambia und Simbabwe vor.

Population und Bestandstrend

Für das Baumhörnchen liegen weder für Namibia noch für Afrika oder global belastbare Populationszahlen vor. Die Art gilt jedoch in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet als häufig und weit verbreitet. Der Bestandstrend wird als stabil eingeschätzt. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) stuft das Baumhörnchen in ihrer Roten Liste (Stand 2016) als “Least Concern” (nicht gefährdet) ein.

Ernährung und Fressverhalten

Baumhörnchen ernähren sich überwiegend pflanzlich. Auf ihrem Speiseplan stehen Samen, Früchte, Beeren, Blätter und Blüten. Besonders beliebt sind die Samen und das Harz von Akazien. Gelegentlich ergänzen sie ihre Nahrung durch Insekten, wie beispielsweise Termiten. Sie suchen ihre Nahrung sowohl in den Bäumen als auch auf dem Boden. Ein interessantes Verhalten ist das Verstecken von Nahrung: Sie vergraben Samen oft am Fuß von Bäumen oder in Grasbüscheln, um Vorräte anzulegen.

Verhalten und Spzialstruktur

Diese Hörnchen sind tagaktiv und sehr sozial. Sie leben in kleinen Familienverbänden, die aus einem oder zwei erwachsenen Tieren und mehreren Jungtieren bestehen (meist 2 bis 12 Tiere). Die Gruppen sind territorial und verteidigen ihr Revier gegen Eindringlinge. Die Reviermarkierung erfolgt durch Urinieren, Reiben des Mauls und Nachziehen der Analregion. Innerhalb der Gruppe wird die soziale Bindung durch gegenseitige Fellpflege (Grooming) gestärkt. Bei Gefahr warnen sie sich gegenseitig mit lauten Klick- und Schnattergeräuschen und flüchten schnell auf den nächsten Baum, wo sie sich flach an einen Ast drücken, um nicht entdeckt zu werden.

Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten

Die Paarung kann das ganze Jahr über stattfinden, ist aber oft an das Nahrungsangebot und die Jahreszeit gekoppelt. Das Weibchen initiiert die Paarung durch spezielle Rufe. Nach einer Tragzeit von etwa 56 Tagen bringt das Weibchen meist zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungen kommen blind zur Welt und öffnen ihre Augen nach etwa 7 bis 9 Tagen. Sie werden in einem Nest in einer Baumhöhle oder einem ähnlichen Versteck aufgezogen. Nach etwa 18 bis 22 Tagen verlassen sie erstmals das Nest. Die Entwöhnung erfolgt nach etwa vier bis sechs Wochen. Die Geschlechtsreife erreichen sie im Alter von sechs bis zehn Monaten, woraufhin sie die Familiengruppe verlassen müssen.

Besondere Anpassung

Eine wichtige ökologische Anpassung ist ihr Verhalten, Samen als Vorrat zu vergraben. Da sie nicht alle versteckten Samen wiederfinden, tragen sie maßgeblich zur Verbreitung von Pflanzen und zur Verjüngung der Wälder bei. Ihre flinken Bewegungen und die Fähigkeit, sich bei Gefahr flach an Äste zu drücken, sind effektive Strategien zur Vermeidung von Raubtieren wie Greifvögeln, Schlangen oder kleinen Raubkatzen.

Besonderheiten in Namibia

In Namibia sind Baumhörnchen vor allem an die trockeneren Savannen und die Galeriewälder entlang der Flüsse im Norden angepasst. Die namibischen Populationen (wie die Unterart Paraxerus cepapi chobiensis oder P. c. phalaena) weisen oft eine etwas hellere, blassgraue Färbung auf als ihre Artgenossen in den feuchteren Gebieten Ostafrikas, was eine Tarnung in der trockeneren Umgebung erleichtert.

Ökologische Rolle

Baumhörnchen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem der afrikanischen Savannen und Wälder. Durch ihr Verhalten, Samen zu sammeln und zu vergraben (Scatter-hoarding), fungieren sie als wichtige Samenverbreiter und fördern das Wachstum neuer Bäume. Zudem sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Raubtiere, darunter Greifvögel, Schlangen und kleine Raubtiere.

Gefährdung und Schutz

Das Baumhörnchen ist derzeit nicht gefährdet und wird von der IUCN als “Least Concern” eingestuft. Die größte potenzielle Bedrohung ist der Verlust von Lebensraum durch die Abholzung von Wäldern, insbesondere von großen, alten Bäumen, die als Nistplätze dienen. In einigen Regionen kann auch die Entnahme von Feuerholz den Lebensraum beeinträchtigen. Spezifische Schutzmaßnahmen für diese Art sind derzeit nicht erforderlich, jedoch profitiert sie vom allgemeinen Schutz der Wälder und Savannen.

Beobachtung und Verhalten in der Natur

Baumhörnchen lassen sich in Namibia am besten in den nördlichen Nationalparks (wie dem Bwabwata- oder Mudumu-Nationalpark) oder in bewaldeten Gebieten entlang von Flüssen beobachten. Die besten Beobachtungszeiten sind die frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden, wenn die Tiere am aktivsten sind. Bei der Beobachtung sollte man sich ruhig verhalten und Abstand halten. Es ist wichtig, die Tiere nicht zu füttern, da dies ihr natürliches Verhalten stört und zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Kurzfazit

Das Baumhörnchen ist ein faszinierendes und wichtiges Mitglied der namibischen Tierwelt. Mit seinem flinken Verhalten und seiner Rolle als Samenverbreiter trägt es maßgeblich zur Gesundheit der Wälder und Savannen bei. Der Schutz seiner Lebensräume sichert nicht nur das Überleben dieser Art, sondern erhält auch die ökologische Balance der Region.

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