Buschhase sitzt in trockener Landschaft im Mokala National Park in Südafrika
Buschhase beziehungsweise Scrub Hare (Lepus saxatilis) im Mokala National Park, Northern Cape, Südafrika. Bildquelle: Bernard DUPONT, Wikimedia Commons / Flickr, CC BY SA 2.0.

Der Buschhase (Lepus saxatilis) ist ein faszinierender Bewohner der namibischen Savannen und Buschlandschaften. Mit seiner bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit an trockene Lebensräume spielt er eine wichtige Rolle im komplexen Nahrungsnetz des südlichen Afrikas. Für Naturbeobachter in Namibia ist die Begegnung mit diesem nachtaktiven Säugetier ein besonderes Erlebnis.

Steckbrief

  • Deutscher Name: Buschhase
  • Wissenschaftlicher Name: Lepus saxatilis
  • Weitere deutsche Namen: Kap-Buschhase
  • Englischer Name: Scrub Hare, Cape Scrub Hare
  • Tiergruppe: Säugetiere (Mammalia), Hasenartige (Lagomorpha)
  • Größe: 45-65 cm
  • Gewicht: 1,5-4,5 kg
  • Lebenserwartung: In freier Wildbahn bis zu 5 Jahre
  • Lebensraum: Savannen, offene Wälder, Buschland, landwirtschaftliche Flächen
  • Nahrung: Gräser, Blätter, Rinde
  • Aktivitätszeit: Nachtaktiv
  • Sozialverhalten: Einzelgängerisch
  • Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten: Polygyn, ganzjährige Fortpflanzung
  • Tragzeit: ca. 42 Tage
  • Anzahl Jungtiere: 1-3 pro Wurf
  • Vorkommen in Namibia: Südliches und zentrales Namibia, ausgenommen Namib-Wüste
  • Vorkommen in Afrika: Südliches Afrika (Südafrika, Lesotho, Eswatini, Simbabwe, Mosambik)
  • Population in Namibia: Keine belastbaren Zahlen
  • Population in Afrika: Keine belastbaren Zahlen
  • Globaler Bestand: Keine belastbaren Zahlen
  • Bestandstrend: Stabil
  • Schutzstatus (IUCN): Least Concern (Nicht gefährdet)
  • Quelle der Populationsangabe: IUCN Red List (2008)
  • Besonderheit: Die Jungtiere (Nestflüchter) kommen vollständig behaart und mit offenen Augen zur Welt.

Artporträt: Buschhase

Namen und Einordnung

Der Buschhase (Lepus saxatilis), im Englischen als Scrub Hare oder Cape Scrub Hare bekannt, gehört zur Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha) und zur Familie der Hasen (Leporidae). Innerhalb der Gattung der Echten Hasen (Lepus) stellt er eine der charakteristischsten Arten des südlichen Afrikas dar. Gelegentlich wird er auch als Kap-Buschhase bezeichnet.

Aussehen und Erkennungsmerkmale

Der Buschhase zeichnet sich durch ein graubraunes, schwarz gesprenkeltes Rückenfell aus, das ihm eine hervorragende Tarnung in seinem natürlichen Lebensraum bietet. Die Unterseite ist auffällig weiß gefärbt. Ein markantes Merkmal ist der buschige Schwanz, der oberseits schwarz und unterseits weiß ist. Oft ziert ein weißer Fleck die Stirn, und hinter den langen Ohren befindet sich ein rötlich-brauner Nackenfleck. Die Ohren sind an den Spitzen schwarz. Im Vergleich zu den Vorderbeinen sind die Hinterbeine deutlich länger und kräftiger, was ihm schnelle Fluchten ermöglicht. Weibchen sind in der Regel etwas größer und schwerer als Männchen.

Lebensraum

Buschhasen bevorzugen offene Wälder, Savannen und dichtes Buschland. Sie meiden extrem trockene Wüstenregionen wie die Namib sowie dichte Wälder. Diese Lebensräume bieten ihnen sowohl ausreichend Nahrung in Form von Gräsern als auch Deckung vor Raubtieren. Auch in landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind sie anzutreffen, sofern genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sind.

Verbreitung in Namibia

In Namibia ist der Buschhase vor allem in den südlichen und zentralen Landesteilen verbreitet. Er fehlt in der extrem trockenen Namib-Wüste im Westen. Man findet ihn sowohl auf kommerziellen Farmen als auch in freier Wildbahn und in Schutzgebieten wie dem Etosha-Nationalpark. Es handelt sich um natürliche, heimische Bestände.

Verbreitung in Afrika

Das Verbreitungsgebiet des Buschhasen erstreckt sich über weite Teile des südlichen Afrikas. Neben Namibia kommt die Art in Südafrika, Lesotho, Eswatini, Simbabwe und Teilen Mosambiks vor. In diesen Ländern besiedelt er ähnliche Habitate wie in Namibia.

Population und Bestandstrend

Für die Population des Buschhasen in Namibia, Afrika und weltweit liegen keine belastbaren Zahlen vor. Der Bestandstrend wird jedoch allgemein als stabil eingeschätzt. Die IUCN stuft die Art als “Least Concern” (nicht gefährdet) ein (Quelle: IUCN Red List, 2008).

Ernährung und Fressverhalten

Als reiner Pflanzenfresser (Herbivore) ernährt sich der Buschhase hauptsächlich von Gräsern. In der Regenzeit bevorzugt er frische, grüne Triebe, während er in der Trockenzeit auch trockenes Gras, Blätter, Stängel und gelegentlich Rinde frisst. Die Nahrungssuche findet fast ausschließlich nachts statt. Wie viele Hasenartige nimmt der Buschhase eine spezielle Form von Blinddarmkot (Caecotrophie) auf, um Nährstoffe, insbesondere Vitamin B, optimal zu verwerten.

Verhalten und Spzialstruktur

Buschhasen sind überwiegend nachtaktiv und verbringen den Tag ruhend in flachen, selbst gegrabenen Mulden (Sassen) im Boden, oft im Schutz von Büschen oder hohem Gras. Sie sind Einzelgänger und kommen nur zur Paarungszeit zusammen. Bei Gefahr verharren sie zunächst regungslos in ihrer Sasse, um sich auf ihre Tarnung zu verlassen. Erst im letzten Moment ergreifen sie mit hoher Geschwindigkeit und Hakenschlagend die Flucht.

Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten

Die Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden, erreicht jedoch in den feuchteren Sommermonaten ihren Höhepunkt. Das Paarungssystem ist polygyn. Nach einer Tragzeit von etwa 42 Tagen bringt das Weibchen 1 bis 3 Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind Nestflüchter; sie werden vollständig behaart und mit offenen Augen geboren und sind kurz nach der Geburt bereits sehr mobil. Die elterliche Fürsorge beschränkt sich auf ein kurzes Säugen in der Nacht.

Besondere Anpassung

Die langen Hinterbeine ermöglichen dem Buschhasen schnelle und wendige Fluchten vor Raubtieren wie Geparden, Leoparden oder Greifvögeln. Seine Fellfärbung bietet eine perfekte Tarnung (Krypsis) im trockenen Gras und Buschland. Die großen Ohren dienen nicht nur dem ausgezeichneten Gehör, sondern helfen auch bei der Thermoregulation in der heißen afrikanischen Umgebung.

Besonderheiten in Namibia

In Namibia zeigt der Buschhase eine bemerkenswerte Anpassung an die teils sehr trockenen Bedingungen der Savannen und Halbwüsten, auch wenn er die extremen Wüstengebiete meidet. Regionale Unterschiede in der Körpergröße sind zu beobachten, wobei Tiere in trockeneren Gebieten oft etwas kleiner sind.

Ökologische Rolle

Als primärer Konsument spielt der Buschhase eine wichtige Rolle im Ökosystem. Er trägt zur Regulation des Pflanzenwachstums bei und ist gleichzeitig eine essenzielle Beute für zahlreiche Raubtiere, darunter Großkatzen, Schakale, Greifvögel und Schlangen.

Gefährdung und Schutz

Der Buschhase wird von der IUCN als “Least Concern” (nicht gefährdet) eingestuft. Zu den potenziellen Bedrohungen zählen Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft und Überweidung sowie die Jagd. In Namibia ist die Art jedoch weit verbreitet und nicht akut bedroht. Spezifische Schutzmaßnahmen für den Buschhasen sind derzeit nicht erforderlich, er profitiert jedoch vom allgemeinen Schutz der Lebensräume.

Beobachtung und Verhalten in der Natur

Da Buschhasen nachtaktiv sind, lassen sie sich am besten bei Nachtfahrten (Night Drives) in Schutzgebieten oder auf Farmen beobachten. Tagsüber kann man sie gelegentlich aufschrecken, wenn man zu Fuß im Busch unterwegs ist. Bei Begegnungen sollte man Abstand halten und die Tiere nicht blenden oder verfolgen, um unnötigen Stress zu vermeiden.

Kurzfazit

Der Buschhase ist ein anpassungsfähiger und weit verbreiteter Bewohner der namibischen Savannen. Als wichtiges Bindeglied in der Nahrungskette trägt er maßgeblich zur Stabilität des Ökosystems bei. Sein Schutz ist eng mit dem Erhalt der natürlichen Busch- und Graslandschaften Namibias verbunden.

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