Südafrikanischer Springhase sitzt nachts im Grasland in Südafrika
Südafrikanischer Springhase beziehungsweise Southern Springhare (Pedetes capensis) bei Nacht in Südafrika. Bildquelle: Christiaan Viljoen, Wikimedia Commons / iNaturalist, CC BY 4.0.

Der Springhase ist ein faszinierendes, känguruähnliches Nagetier, das in den trockenen Savannen und Halbwüsten Namibias beheimatet ist. Mit seinen enormen Sprüngen von bis zu zwei Metern und seinen großen, leuchtenden Augen bei Nacht ist er eine bemerkenswerte Erscheinung für jeden Naturbeobachter. Seine einzigartige Anpassung an die ariden Bedingungen macht ihn zu einem wichtigen Bestandteil des namibischen Ökosystems.

Steckbrief

  • Deutscher Name: Springhase
  • Wissenschaftlicher Name: Pedetes capensis
  • Weitere deutsche Namen: Südafrikanischer Springhase
  • Englischer Name: South African Springhare
  • Tiergruppe: Säugetiere (Nagetier)
  • Größe: 35-44 cm (Kopfrumpflänge)
  • Gewicht: bis 4 kg
  • Lebenserwartung: 13-14,5 Jahre
  • Lebensraum: Offene Halbwüsten, Savannen, sandige Ebenen
  • Nahrung: Gräser, Wurzeln, Früchte, Samen, Blätter
  • Aktivitätszeit: Nachtaktiv
  • Sozialverhalten: Leben in kleinen Familiengruppen in Bauen
  • Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten: Ganzjährig, bis zu 3 Würfe pro Jahr
  • Tragzeit: 2-3 Monate
  • Anzahl Jungtiere: 1 Jungtier pro Wurf
  • Vorkommen in Namibia: Landesweit in geeigneten Habitaten
  • Vorkommen in Afrika: Südliches Afrika (Angola, DR Kongo, Mosambik, Namibia, Südafrika, Sambia, Simbabwe)
  • Population in Namibia: keine belastbaren Zahlen
  • Population in Afrika: keine belastbaren Zahlen
  • Globaler Bestand: keine belastbaren Zahlen
  • Bestandstrend: Unbekannt, aber vermutlich stabil in geschützten Gebieten
  • Schutzstatus (IUCN): Least Concern (Nicht gefährdet)
  • Quelle der Populationsangabe: IUCN Red List
  • Besonderheit: Kann mit seinen langen Hinterbeinen bis zu 2 Meter weit springen.

Artporträt: Springhase

Namen und Einordnung

Der deutsche Name lautet Springhase, oft auch Südafrikanischer Springhase genannt. Auf Englisch ist er als South African Springhare bekannt. Wissenschaftlich wird er als *Pedetes capensis* bezeichnet. Trotz seines Namens gehört er nicht zu den Hasen, sondern ist ein Nagetier (Rodentia) aus der Familie der Springhasen (Pedetidae).

Aussehen und Erkennungsmerkmale

Der Springhase erinnert in seinem Körperbau stark an ein kleines Känguru. Er besitzt sehr lange, kräftige Hinterbeine und kurze Vorderbeine. Sein Fell ist rötlich-braun bis blassgrau gefärbt, während die Schwanzspitze markant schwarz ist. Der Schwanz ist lang und buschig, was ihm beim Springen als Balance dient. Auffällig sind seine großen Augen, die eine hervorragende Nachtsicht ermöglichen, sowie die Ohren, die mit einem Tragus ausgestattet sind, um das Eindringen von Sand beim Graben zu verhindern. Die Hinterfüße haben vier Zehen mit hufartigen Krallen, die breiter sind als die der Vorderfüße.

Lebensraum

Der Springhase bevorzugt offene, trockene Lebensräume wie Halbwüsten, Savannen und sandige Ebenen mit kurzem Grasbewuchs. Diese Gebiete sind ideal, da der sandige Boden das Graben ihrer ausgedehnten Höhlensysteme erleichtert. Ihr Lebensraum ist entscheidend für ihr Überleben, da sie auf die spezifische Vegetation und die Bodenbeschaffenheit angewiesen sind.

Verbreitung in Namibia

In Namibia ist der Springhase weit verbreitet, insbesondere in den zentralen und östlichen Teilen des Landes, wo sandige Böden vorherrschen. Er kommt sowohl in freier Wildbahn als auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen vor. Es handelt sich um natürliche Bestände, die sich gut an die ariden Bedingungen des Landes angepasst haben.

Verbreitung in Afrika

Das Verbreitungsgebiet des Springhasen erstreckt sich über das südliche Afrika. Neben Namibia kommt er in Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik, Südafrika, Sambia und Simbabwe vor. Er bewohnt vor allem die semiariden Steppen und trockenen Savannen dieser Regionen.

Population und Bestandstrend

Es liegen keine belastbaren Zahlen zur Population des Springhasen in Namibia, Afrika oder global vor. Die IUCN stuft die Art jedoch als “Least Concern” (nicht gefährdet) ein (IUCN Red List). Der Bestandstrend ist nicht genau bekannt, wird aber in intakten Lebensräumen als stabil angenommen, auch wenn lokale Rückgänge durch Lebensraumverlust und Bejagung möglich sind.

Ernährung und Fressverhalten

Als reiner Pflanzenfresser ernährt sich der Springhase hauptsächlich von Gräsern, Wurzeln, Früchten, Samen und Blättern. Er sucht gezielt nach protein- und wasserreichen Pflanzen, was ihm hilft, in den trockenen Regionen Namibias zu überleben. Die Nahrungssuche erfolgt nachts, wobei er sich oft auf allen Vieren fortbewegt, sich aber zum Fressen auf die Hinterbeine setzt.

Verhalten und Spzialstruktur

Springhasen sind strikt nachtaktiv. Den Tag verbringen sie in selbst gegrabenen, komplexen Höhlensystemen, deren Eingänge sie von innen mit Erde verschließen. Sie leben in kleinen Familiengruppen, wobei oft mehrere Baue nah beieinander liegen. Bei Gefahr flüchten sie mit weiten, känguruartigen Sprüngen in ihre Baue.

Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten

Die Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden. Nach einer Tragzeit von etwa 2 bis 3 Monaten bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes, gut entwickeltes Jungtier zur Welt. Die Weibchen können bis zu drei Würfe pro Jahr haben. Das Jungtier bleibt die ersten Wochen im Bau und wird nach etwa sieben Wochen entwöhnt.

Besondere Anpassung

Die auffälligste Anpassung sind die kräftigen Hinterbeine, die weite Sprünge zur Flucht vor Raubtieren ermöglichen. Die großen Augen sind perfekt an die nächtliche Lebensweise angepasst. Zudem schützt der Tragus im Ohr vor Sand beim Graben, und die hufartigen Krallen erleichtern das Anlegen der Baue in harten oder sandigen Böden.

Besonderheiten in Namibia

In Namibia sind Springhasen ein typisches Bild der nächtlichen Savanne. Ihre leuchtenden Augen, die im Licht von Fahrzeugscheinwerfern reflektieren, sind für viele Nachtsafaris charakteristisch. Sie haben sich hervorragend an die extremen Trockenperioden der Namib und Kalahari angepasst.

Ökologische Rolle

Springhasen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Ihre verlassenen Baue bieten zahlreichen anderen Tierarten, wie der Schwarzfußkatze oder dem Steppenschuppentier, Unterschlupf. Zudem sind sie eine wichtige Beute für verschiedene Raubtiere wie Schakale, Eulen und größere Katzen.

Gefährdung und Schutz

Der Springhase wird von der IUCN als “Least Concern” eingestuft. Dennoch gibt es lokale Bedrohungen durch Lebensraumverlust aufgrund landwirtschaftlicher Expansion und Bejagung als Nahrungsquelle (Bushmeat). Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf den Erhalt der natürlichen Savannen- und Halbwüstenlebensräume.

Beobachtung und Verhalten in der Natur

Springhasen lassen sich am besten bei Nachtsafaris in offenen Savannenlandschaften beobachten. Ihre Augen reflektieren das Licht von Taschenlampen oder Scheinwerfern stark. Bei der Beobachtung sollte stets Abstand gehalten und Lärm vermieden werden, um die Tiere nicht zu erschrecken. Füttern ist strengstens untersagt.

Kurzfazit

Der Springhase ist ein einzigartiges und faszinierendes Nagetier der namibischen Savanne. Mit seinen känguruartigen Sprüngen und seiner nächtlichen Lebensweise ist er ein Highlight jeder Nachtsafari. Sein Schutz trägt maßgeblich zum Erhalt der komplexen Ökosysteme im südlichen Afrika bei.

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