Gruppe von Schwarznasenimpalas steht im dichten Buschland Namibias

Das Schwarznasenimpala ist eine seltene und gefährdete Unterart des Impalas, die ausschließlich im nordwestlichen Namibia und südwestlichen Angola vorkommt. Für Namibia ist diese Antilope eine bedeutende Erfolgsgeschichte im Naturschutz, da ihre Population durch gezielte Umsiedlungen in den Etosha-Nationalpark vor dem Aussterben bewahrt werden konnte.

Steckbrief

  • Deutscher Name: Schwarznasenimpala
  • Wissenschaftlicher Name: Aepyceros melampus petersi
  • Weitere deutsche Namen: Schwarznasen-Impala
  • Englischer Name: Black-faced impala
  • Tiergruppe: Säugetiere (Hornträger/Antilopen)
  • Größe: Schulterhöhe 75–92 cm (Männchen), 70–85 cm (Weibchen)
  • Gewicht: 53–76 kg (Männchen), 40–53 kg (Weibchen)
  • Lebenserwartung: ca. 12-15 Jahre in freier Wildbahn
  • Lebensraum: Waldige Graslandschaften, Buschland, in der Nähe von permanenten Wasserquellen
  • Nahrung: Gräser, Kräuter, Blätter, Akazienschoten
  • Aktivitätszeit: Tagaktiv (hauptsächlich morgens und spätnachmittags)
  • Sozialverhalten: Herdenbildung (Weibchenherden, Junggesellenherden, territoriale Männchen)
  • Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten: Saisonale Fortpflanzung, territoriale Männchen paaren sich mit Weibchen in ihrem Revier
  • Tragzeit: 6 bis 7 Monate
  • Anzahl Jungtiere: 1 (selten 2)
  • Vorkommen in Namibia: Nordwesten (Kaokoveld, Etosha-Nationalpark), private Wildreservate
  • Vorkommen in Afrika: Südwestliches Angola
  • Population in Namibia: ca. 1.500 im Etosha-Nationalpark (Quelle: Arebbusch Travel Blog, o.J.)
  • Population in Afrika: weniger als 3.000 (Quelle: Arebbusch Travel Blog, o.J.)
  • Globaler Bestand: weniger als 3.000
  • Bestandstrend: Stabil bis leicht zunehmend (dank Schutzmaßnahmen)
  • Schutzstatus (IUCN): Vulnerable (Gefährdet)
  • Quelle der Populationsangabe: Arebbusch Travel Blog, IUCN
  • Besonderheit: Auffällige schwarze Gesichtszeichnung, größer und dunkler als das gewöhnliche Impala

Artporträt: Schwarznasenimpala

Namen und Einordnung

Der deutsche Name lautet Schwarznasenimpala. Auf Englisch wird es als Black-faced impala bezeichnet. Der wissenschaftliche Name ist *Aepyceros melampus petersi*. Es gehört zur Familie der Hornträger (Bovidae) und ist eine von zwei anerkannten Unterarten des Impalas (*Aepyceros melampus*). Die andere Unterart ist das gewöhnliche Impala (*Aepyceros melampus melampus*).

Aussehen und Erkennungsmerkmale

Das Schwarznasenimpala ist eine mittelgroße, schlanke Antilope. Es ist deutlich größer und dunkler gefärbt als das gewöhnliche Impala. Das markanteste Erkennungsmerkmal ist ein dunkler bis schwarzer Streifen, der auf beiden Seiten der Nase verläuft und sich bis zur Stirn zieht. Das Fell ist auf dem Rücken rötlich-braun, an den Flanken heller und am Bauch weiß. Die Ohren haben größere schwarze Spitzen und der Schwanz ist buschiger und länger als beim gewöhnlichen Impala. Nur die Männchen tragen schlanke, leierförmige Hörner, die 45 bis 92 cm lang werden können.

Lebensraum

Das Schwarznasenimpala bevorzugt waldige Graslandschaften und Buschland. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Impala ist es stärker an permanente Wasserquellen gebunden und daher in trockenen Regionen auf Gebiete mit ganzjährigem Wasserzugang angewiesen. Dieser Lebensraum bietet sowohl ausreichend Nahrung in Form von Gräsern und Blättern als auch Deckung vor Raubtieren.

Verbreitung in Namibia

Ursprünglich war das Schwarznasenimpala im Kaokoveld im Nordwesten Namibias beheimatet. Aufgrund von Wilderei und Dürren schrumpfte die Population drastisch. In den 1960er Jahren wurden über 200 Tiere in den Etosha-Nationalpark umgesiedelt, wo sie sich erfolgreich vermehrten. Heute findet man sie hauptsächlich im westlichen und zentralen Teil des Etosha-Nationalparks (z.B. bei Ombika, Dolomite, Olifantsrus) sowie auf einigen privaten Wildfarmen in der Umgebung, wo die Haltung von gewöhnlichen Impalas streng verboten ist, um eine Vermischung der Unterarten zu verhindern.

Verbreitung in Afrika

Das Verbreitungsgebiet des Schwarznasenimpalas ist sehr klein und auf das südwestliche Afrika beschränkt. Neben dem Nordwesten Namibias kommt es nur noch im angrenzenden südwestlichen Angola vor.

Population und Bestandstrend

Die globale Population wird auf weniger als 3.000 Individuen geschätzt. Davon leben etwa 1.500 im Etosha-Nationalpark in Namibia (Quelle: Arebbusch Travel Blog). Der Bestandstrend gilt dank der erfolgreichen Umsiedlung und strengen Schutzmaßnahmen im Etosha-Nationalpark als stabil bis leicht zunehmend. Die IUCN stuft die Unterart als “Vulnerable” (gefährdet) ein.

Ernährung und Fressverhalten

Schwarznasenimpalas sind sowohl Graser als auch Laubfresser (Mixed Feeder). Ihre Nahrung besteht aus Gräsern, Kräutern, Blättern, Trieben und Akazienschoten. Sie passen ihre Ernährung dem jahreszeitlichen Angebot an. Sie sind stark wasserabhängig und müssen regelmäßig trinken, weshalb sie sich nie weit von permanenten Wasserstellen entfernen.

Verhalten und Spzialstruktur

Die Sozialstruktur besteht aus drei Gruppen: Weibchenherden mit Jungtieren, Junggesellenherden (junge und alte Männchen) und territoriale Männchen. Die Herden des Schwarznasenimpalas sind oft kleiner (3 bis 15 Tiere) als die des gewöhnlichen Impalas und ihre Streifgebiete sind deutlich größer. Sie sind tagaktiv, ruhen aber während der heißen Mittagsstunden im Schatten.

Paarungs- und Fortpflanzungsverhalten

Die Fortpflanzung ist saisonal. Die Paarungszeit (Brunft) findet meist am Ende der Regenzeit statt. Territoriale Männchen verteidigen ihr Revier und paaren sich mit den Weibchen, die dieses durchqueren. Nach einer Tragzeit von 6 bis 7 Monaten wird meist zwischen Dezember und Januar ein einzelnes Jungtier geboren. Das Jungtier wird in den ersten Wochen im hohen Gras versteckt, bevor es sich der Herde anschließt. Die Sterblichkeitsrate der Jungtiere ist in den ersten Monaten sehr hoch.

Besondere Anpassung

Das Schwarznasenimpala hat sich an die trockeneren Bedingungen im südwestlichen Afrika angepasst, ist aber dennoch auf Wasser angewiesen. Eine Besonderheit ist die gegenseitige Fellpflege (Allogrooming), bei der sie eine spezielle Zahnstruktur im Unterkiefer nutzen, um Parasiten aus dem Fell der Artgenossen zu entfernen.

Besonderheiten in Namibia

Das Schwarznasenimpala ist eine endemische Unterart für die Region Namibia/Angola. Die Population im Etosha-Nationalpark ist eine der wichtigsten Säulen für das Überleben dieser Unterart. Um die genetische Reinheit zu bewahren, ist die Haltung von gewöhnlichen Impalas auf Farmen rund um den Etosha-Nationalpark gesetzlich verboten.

Ökologische Rolle

Als Pflanzenfresser beeinflussen sie die Vegetation in ihrem Lebensraum. Sie dienen zudem als wichtige Beutetiere für große Raubtiere wie Löwen, Leoparden, Geparden und Wildhunde.

Gefährdung und Schutz

Die IUCN stuft das Schwarznasenimpala als “Vulnerable” (gefährdet) ein. Die Hauptbedrohungen in der Vergangenheit waren Wilderei, Lebensraumverlust, Dürren und Konkurrenz durch Nutztiere. Eine potenzielle aktuelle Bedrohung ist die Hybridisierung mit dem gewöhnlichen Impala, weshalb strenge räumliche Trennungen aufrechterhalten werden müssen. Die Umsiedlung in den Etosha-Nationalpark in den 1960er Jahren war eine entscheidende und erfolgreiche Schutzmaßnahme.

Bedeutung für die Namibian Wildlife Foundation

Für die Namibian Wildlife Foundation ist das Schwarznasenimpala ein Paradebeispiel für erfolgreichen Lebensraumschutz und Artenschutz in Namibia. Der Schutz dieser endemischen Unterart unterstreicht die Bedeutung von Anti-Wilderei-Maßnahmen und dem Erhalt intakter Ökosysteme. Die NWF setzt sich dafür ein, das Bewusstsein für solche seltenen, regionalen Arten zu stärken und Konflikte zwischen Wildtieren und landwirtschaftlicher Nutzung zu minimieren.

Beobachtung und Verhalten in der Natur

Die besten Chancen, Schwarznasenimpalas zu beobachten, bieten sich im westlichen und zentralen Etosha-Nationalpark, insbesondere an Wasserlöchern wie Ombika oder in der Nähe der Dolomite-Lodge. Beobachter sollten sich ruhig verhalten, im Fahrzeug bleiben und die Tiere nicht stören oder füttern.

Kurzfazit

Das Schwarznasenimpala ist eine seltene, faszinierende Antilope, die eng mit der Naturschutzgeschichte Namibias verbunden ist. Durch gezielte Schutzmaßnahmen konnte diese endemische Unterart vor dem Aussterben bewahrt werden. Ihr Erhalt bleibt eine wichtige Aufgabe für den Naturschutz im südwestlichen Afrika.

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